DFB-Schiedsrichter werden: Neulingsprüfung und Fortbildung
DFB-Schiedsrichter werden: Neulingsprüfung beim Landesverband, danach Lehrabende und oft ein jährlicher Regeltest. Was wo gilt und wie man sich vorbereitet.
Schiedsrichterin oder Schiedsrichter im Fußball wird man über einen Neulingslehrgang beim Landesverband, an dessen Ende eine Prüfung steht. Wie diese Prüfung aussieht, regelt nicht der DFB, sondern jeder Landesverband selbst: Die Schiedsrichterordnung des DFB überlässt Ausbildung, Prüfungen und Fortbildung den Schiedsrichterordnungen der Landesverbände (§ 3 Nr. 2).
Mit der bestandenen Prüfung ist es nicht vorbei. Wer aktiv pfeift, muss nach der DFB-Schiedsrichterordnung die Lehrabende besuchen, und viele Landesverbände sehen zusätzlich eine jährliche Leistungsprüfung mit Regelfragen vor. Regelkenntnis ist bei Schiedsrichtern also nichts, das man einmal erwirbt und abhakt.
Das Wichtigste in Kürze
| Organisiert von | DFB und die 21 Landesverbände |
| Rechtsnatur | Verbandsrecht, kein Gesetz |
| Einstieg | Neulingslehrgang mit Prüfung beim Landesverband |
| Prüfungsregel | je Landesverband verschieden, keine bundesweite Vorgabe |
| Danach | Pflicht zum Besuch der Lehrabende; jährliche Leistungsprüfung je nach Landesverband |
| Regelwerk | DFB-Regelheft, basierend auf den IFAB Laws of the Game |
Wie unterschiedlich die Neulingsprüfung ist
Zwei Beispiele zeigen, wie weit die Regeln auseinandergehen. Sie gelten nur für den jeweiligen Verband:
Niedersächsischer Fußballverband (NFV): Die Prüfung besteht aus 30 Fragen. Bestanden hat, wer insgesamt nicht mehr als fünf davon falsch beantwortet (Schiedsrichterordnung, Stand Juli 2026, § 16).
Südwestdeutscher Fußballverband (SWFV): 30 Regelfragen, davon 10 zum Ankreuzen und 20 mit freier Antwort, bewertet nach Punkten. Bestanden ist die Prüfung ab 50 Punkten; wer knapp darunter liegt, bekommt eine Nachprüfung. Dazu kommt ein Fitnesstest (Neulings-Ausbildungs-Ordnung, Stand Februar 2020).
Wer sich vorbereitet, sollte also zuerst die Ordnung seines eigenen Landesverbands lesen. Eine Zeitvorgabe nennt keine der beiden Ordnungen.
Und danach: Lehrabende und Leistungsprüfung
Bundesweit gilt aus der DFB-Schiedsrichterordnung die Pflicht, die Lehrabende zu besuchen (§ 7 Nr. 2). Ob und wie streng es einen jährlichen Regeltest gibt, entscheidet wieder der Landesverband. Im NFV etwa sollen aktive Schiedsrichter jedes Jahr eine Leistungsprüfung aus Konditionsprüfung und 30 Regelfragen ablegen; verpflichtend mit Erfolg ist sie dort erst ab der Verbandsebene, und die Kreise dürfen für untere Spielklassen Erleichterungen gewähren (§ 5 Abs. 3, § 17).
Der Regeltest begleitet also viele Schiedsrichter über Jahre, nur nicht überall in derselben Form. Und das hat einen sachlichen Grund: Das Regelwerk ändert sich. Die IFAB passt die Laws of the Game regelmäßig an — Handspiel, Abseits, Torwartverhalten beim Elfmeter, die Behandlung von Vergehen. Wer eine Auslegung von vor fünf Jahren im Kopf hat, pfeift nach einem Regelwerk, das nicht mehr gilt.
Für die Vorbereitung heißt das etwas anderes als bei einer einmaligen Prüfung: Es geht nicht darum, einen Stoff einmal zu durchdringen, sondern ihn über Jahre aktuell zu halten. Das ist genau die Aufgabe, für die verteiltes Wiederholen gemacht ist.
Regeln kennen und Situationen entscheiden sind zwei Dinge
Der Regeltest fragt Regelkenntnis ab. Auf dem Platz kommt etwas dazu: Man muss eine Situation in Sekundenbruchteilen einordnen — und zwar aus einer Perspektive, die nie so gut ist wie die der Fernsehkamera.
Die Schiedsrichter-Zeitung des DFB verbindet beides: Neben den Regelfragen des DFB-Lehrwarts analysiert sie Entscheidungen aus der Bundesliga. Wer sich vorbereitet, sollte beides trennen und beides üben: die Regel sicher wissen und ihre Anwendung an Fällen.
Welches Material es gibt
Die Schiedsrichter-Zeitung des DFB erscheint alle zwei Monate, also sechsmal im Jahr. Sie ist ein Abonnement; die DFB-Schiedsrichterordnung sieht vor, dass jeder Schiedsrichter sie beziehen soll. Ausgaben der letzten Jahre lassen sich zusätzlich online lesen, die Inhalte sind laut DFB aber nur für den privaten Gebrauch bestimmt.
Dazu kommen Regeltests der Landesverbände und Kreise, teils mit Lösungen, und das Regelheft. Die Prüfungsfragen selbst sind nicht öffentlich, und das genaue Format steht nur in der Ordnung des jeweiligen Landesverbands.
Wie man sich vorbereitet
Die eigene Ordnung lesen. Fragenzahl, Grenze und Fitnesstest hängen am Landesverband.
Situationen üben, nicht Paragraphen zählen. Die Regel allein trägt auf dem Platz nicht.
Regeländerungen gezielt verfolgen. Jede Saison kann Anpassungen bringen. Sie gehören in jede Wiederholung, bevor sie im nächsten Regeltest stehen.
Über das Jahr verteilen, nicht vor dem Test bündeln. Bei einer jährlich wiederkehrenden Prüfung ist Nachlernen in der Woche davor die teuerste Variante.
Die eigene Spielklasse mitdenken. Was in der Kreisliga relevant ist, unterscheidet sich in der Praxis von dem, was höherklassig zählt.
Scheinemeister bereitet darauf vor
Hier ist eine Klarstellung nötig, die wir für wichtiger halten als ein Verkaufsargument: Die Fragen des DFB gehören dem DFB. Es gibt dafür keine Freigabe, und auch das Regelwerk der IFAB ist geschützt. Wir übernehmen weder das eine noch das andere.
Unsere Aufgaben sind deshalb eigene, prüfungsnah konstruiert — orientiert an den Themen des Regelwerks und an den Prüfungsformen, die die Landesverbände in ihren Ordnungen beschreiben. Das kennzeichnen wir, und der Preis folgt dieser Einstufung. Eine Prüfungssimulation bieten wir nicht an, weil jeder Landesverband anders prüft und es keine Regel gibt, die für alle gilt.
Was wir zusätzlich bieten, passt hier besonders gut: Wiederholung, die sich über das ganze Jahr verteilt statt sich vor dem Regeltest zu stauen.
Scheinemeister ist ein unabhängiges Angebot und steht in keiner Verbindung zum DFB oder zu einem Landesverband. „DFB" nennen wir nur, um die Prüfung zu bezeichnen, um die es geht.
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