Sportbootführerschein Binnen: 30 Fragen, zwei Fehlerkonten
Sportbootführerschein Binnen: 30 Fragen in 45 Minuten, zwei getrennte Fehlerkonten ohne Gesamtgrenze und fünfzehn amtliche Bögen aus dem Verkehrsblatt.
Der Fragenkatalog für den Sportbootführerschein Binnen liegt offen im Netz: 300 Fragen, herausgegeben von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung über ELWIS, Stand August 2023. Und nicht nur der Katalog — auch die Zusammenstellung der Prüfungsbögen ist bekanntgemacht, im Verkehrsblatt 2012 unter Nummer 60.
Das ist eine ungewöhnlich gute Ausgangslage. Bei den meisten Prüfungen in diesem Ratgeber muss man erraten, wie ein Bogen aufgebaut ist. Hier steht er gedruckt da: fünfzehn feste Bögen, jede Frage an ihrem Platz.
Das Wichtigste in Kürze
| Katalog | 300 Fragen, Stand August 2023, ELWIS / WSV |
| Aufbau | Basisfragen 1–72 · Spezifisch Binnen 73–253 · Spezifisch Segeln 254–300 |
| Prüfungsbogen Motor | 30 Fragen — 7 Basis + 23 spezifisch Binnen |
| Zeit (Motorbogen) | 45 Minuten |
| Bestanden (Motorbogen) | mindestens 5 von 7 im Basisteil und mindestens 18 von 23 im spezifischen Teil, keine Gesamtgrenze |
| Prüfungsbogen Segel | 25 Fragen — 4 Basis + 14 Binnen + 7 Segeln, 35 Minuten, mindestens 20 Punkte insgesamt |
| Ergänzungsprüfung Segeln | 7 Fragen, nur der Segelteil, 15 Minuten, mindestens 5 von 7 |
| Bewertung | WSV-Bewertungsschlüssel, Stand 31.10.2022, auf ELWIS |
| Amtliche Bögen | 15 je Variante, VkBl. 2012 Nr. 60 |
| Fragetyp | durchgehend Einfachauswahl, vier Optionen, genau eine richtig |
| Marktgröße | 43.543 Erteilungen im Jahr 2015 (BMV-Auskunft 2020) |
Zwei Fehlerkonten, zwei sehr verschiedene Toleranzen
Der Motorbogen hat 30 Fragen, und man könnte meinen, es zähle die Summe. Tut es nicht. Es gibt zwei getrennte Konten, und beide müssen stimmen:
- Basisteil: 7 Fragen, höchstens 2 Fehler. Das entspricht 71,4 Prozent.
- Spezifischer Teil: 23 Fragen, höchstens 5 Fehler. Das entspricht 78,3 Prozent.
Eine Gesamtgrenze gibt es nicht. Der Bewertungsschlüssel der WSV wertet beide Teile getrennt, und daraus folgt etwas, das auf den ersten Blick falsch aussieht: Wer 5 Basisfragen und 18 spezifische richtig hat, besteht mit 23 Punkten. Wer 4 Basisfragen und 20 spezifische richtig hat, fällt mit 24 Punkten durch. Mehr Punkte, trotzdem nicht bestanden.
Der spezifische Teil ist dabei die strengere Hürde, knapp sieben Prozentpunkte über dem Basisteil. Wer sich am Gesamtergebnis orientiert, rechnet an der Prüfung vorbei: 24 von 30 richtig klingt komfortabel und ist trotzdem durchgefallen, wenn alle sechs Fehler im spezifischen Teil liegen.
Umgekehrt wiegt im Basisteil jede einzelne Frage 14,3 Prozentpunkte. Drei Ausrutscher bei sieben Fragen — etwa weil man die Basisfragen für den leichten Aufwärmteil hält — beenden die Prüfung, auch bei einem makellosen spezifischen Teil.
Praktisch heißt das: Der Basisteil ist kein Aufwärmen, und der spezifische Teil verträgt keine Lücke. Beides gleichmäßig zu lernen ist hier nicht Fleiß, sondern Arithmetik.
Motor oder Segel — das sind drei verschiedene Bögen
Im Verkehrsblatt stehen nicht fünfzehn, sondern fünfundvierzig Bögen, in drei Reihen:
| Variante | Fragen | Zusammensetzung |
|---|---|---|
| Motor | 30 | 7 Basis + 23 Binnen |
| Segel | 25 | 4 Basis + 14 Binnen + 7 Segeln |
| Ergänzung Segeln | 7 | nur der Segelteil |
Die dritte Reihe ist die für viele überraschende: Wer den Binnen-Schein unter Motor schon hat und Segeln nachholt, schreibt keinen vollständigen Bogen mehr, sondern die sieben Ergänzungsfragen aus dem Segelteil.
Damit verschiebt sich auch, was man lernen muss. Der Motorbogen greift ausschließlich auf die Fragen 1 bis 253 zu; die 47 Segelfragen kommen darin nie vor. Wer beides will, lernt 300 Fragen — wer nur unter Motor fährt, 253.
Die zwei Fehlerkonten gelten für den Motorbogen. Der Segelbogen ohne Antriebsmaschine wird anders bewertet: 25 Fragen in 35 Minuten, bestanden ab 20 Punkten insgesamt, ohne eigene Grenze je Teil. Seine 4 Basisfragen stammen nur aus den Basisfragen ohne Bezug zur Antriebsmaschine. Wer Motor und Segeln zugleich ablegt, schreibt Motorbogen und Ergänzungsbogen zusammen: 37 Fragen in 60 Minuten, mit drei getrennten Grenzen (Basis mindestens 5 von 7, Binnen mindestens 18 von 23, Segeln mindestens 5 von 7).
Der Katalog verrät seine eigenen Lösungen
Im ELWIS-Katalog ist immer Antwort a die richtige. Das steht so im Vorwort, es ist kein Zufall und kein Fehler — der Katalog ist als Lernwerk gedacht, nicht als Prüfungsbogen. Auf dem echten Bogen sind die Antworten gemischt.
Für einen Lerntrainer ist das der entscheidende Punkt. Wer die Fragen in Katalogreihenfolge mit unveränderter Antwortfolge übt, trainiert die Position statt des Inhalts. Das fühlt sich hervorragend an — Trefferquote nahe 100 Prozent — und bricht am Prüfungstag zusammen, wenn dieselbe richtige Aussage plötzlich an dritter Stelle steht.
Antworten mischen ist bei diesem Katalog also keine Komfortfunktion, sondern die Mindestanforderung. Wenn du ein Lernangebot für den SBF prüfst, ist das die erste Frage, die du ihm stellen solltest.
Was der Referentenentwurf bedeutet — und was nicht
Seit Ende 2025 kursiert die Nachricht, der amtliche Sportbootführerschein werde abgeschafft. Der Stand, soweit wir ihn belegen können:
Es gibt einen Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums vom 16. Oktober 2025. Er hat das Kabinett bislang nicht erreicht, ist also weder beschlossen noch terminiert. Er schafft den Schein auch nicht ersatzlos ab, sondern überträgt die Prüfungen an Verbände; für die vorgesehenen Änderungen ist eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2028 vorgesehen. Der Deutsche Segler-Verband hat im November 2025 dagegen Stellung genommen.
Für die Vorbereitung heißt das wenig: Der Fragenkatalog bleibt auf absehbare Zeit die Prüfungsgrundlage, und ein Wechsel der prüfenden Stelle ändert nicht den Stoff — er ändert, wer das Papier ausstellt.
Wie man sich sinnvoll vorbereitet
Beide Konten getrennt im Blick behalten. Eine Gesamtquote sagt bei diesem Bogen nichts. Wer seinen Lernstand misst, sollte ihn nach Basis und spezifisch getrennt sehen — sonst versteckt ein starker Teil die Schwäche des anderen.
Mit gemischten Antworten üben. Siehe oben. Alles andere trainiert die falsche Fähigkeit.
Die amtlichen Bögen als Generalprobe nutzen, nicht als Lernweg. Fünfzehn Bögen zu je 30 Fragen enthalten viele Fragen mehrfach. Wer nur sie lernt, kann fünfzehn Bögen und nicht den Stoff. Umgekehrt ist ein Originalbogen unter Zeit das ehrlichste Feedback, das es vor der Prüfung gibt.
Bilder nicht überspringen. Ein spürbarer Teil der Fragen zeigt die eigentliche Aufgabe als Zeichnung — Tafelzeichen, Lichterführung, Schallsignale. Wer nur den Fragetext liest, übersieht, dass ihm etwas fehlt.
Wiederholen, bevor es weg ist. Zwischen Anmeldung und Prüfung liegen oft Wochen. Was in Woche eins saß, ist in Woche sechs verblasst, wenn es nicht rechtzeitig wiederkommt.
Verwandt: Sportbootführerschein See
Basisfragen 1 bis 72 sind in beiden Katalogen dieselben. Wer Binnen und See nacheinander macht, lernt diesen Block also nur einmal — der Rest unterscheidet sich deutlich, und der See-Schein bringt zusätzlich eine Navigationsaufgabe mit, die kein Ankreuztraining abdeckt. Mehr dazu im Artikel zum Sportbootführerschein See.
Scheinemeister bereitet darauf vor
Wir bauen gerade die Vorbereitung für den SBF Binnen — mit amtlichen Fragen und amtlichen Antworten, direkt aus dem ELWIS-Katalog, wortgleich übernommen. Das ist die Stufe »amtliche Fragen und amtliche Lösungen« (Vollkatalog): Wir denken uns weder die Fragen noch die erwarteten Antworten aus.
Dazu: getrennte Lernstände für Basis- und Spezialteil, zwingend gemischte Antworten, Wiederholung nach Vergessenskurve statt nach Gefühl — und die fünfzehn amtlichen Bögen aus dem Verkehrsblatt als Simulation in Originalreihenfolge.
Trag dich in die Warteliste ein — du erfährst als Erste, wenn der SBF Binnen bei uns startet.
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